Mittwoch, 20. September 2017

Historie - Chronik der freiwilligen Feuerwehr Sinningen

Wie alles Begann

Pflichtfeuerwehr
Vorläufer der freiwilligen Feuerwehr war auch in Sinningen die Pflichtfeuerwehr, auch Brandwehr genannt. Alle männlichen Bewohner vom 18. bis zum 50. Lebensjahr hatten sich hieran zu beteiligen. Sie mussten im Frühjahr und im Herbst an den festgelegten Übungen teilnehmen. Wer ohne Entschuldigung fehlte, wurde polizeilich bestraft. Die Bekanntmachung der Feuerwehrübungen erfolgte durch öffentlichen Aufruf des damaligen Polzeidieners Dütsch und durch Aushang im Gitterkasten, der sich am Amtshaus befand. Als Löschgeräte dienten im Anfang lederne Eimer. Jeder Haushalt war verpflichtet, einen gezeichneten Feuereimer zu besitzen. Das Stempeln des Eimers wurde vom Schmied Josef Wenners in Saerbeck vorgenommen und kostete 5 Pfennig. Wer bei den Feuerschauen einen solchen Eimer nicht vorzeigen konnte, wurde gesetzlich bestraft.
Bei einer Feuerwehrübung wurden zunächst die Namen der Fehlenden festgestellt. Dann rüsteten sich die einzelnen Mannschaften mit ihrem Gerät aus. Die Steigermannschaft holte sich Leitern und Einreißhaken. Die Mannschaft zur Bedienung der Spritze (Pumper) holte die Handdruckspritze und brachte sie in Stellung. Die Mannschaft zur Herbeischaffung des Wassers (Wasserträger) stellte sich mit ihren Ledereimern auf. Die restlichen Mitglieder bildeten die Ordnungsabteilung.
In einer Gemeindevertreterversammlung am 12.09.1908 vertrat der damalige Amtmann Hoegg die Meinung, dass die Wehren der Bauernschaften Sinningen und Westladbergen wegfallen könnten und die Wehr des Dorfes zu verstärken sei. Die Gemeindevertreter waren jedoch anderer Ansicht und so blieb die Aufteilung der Pflichtwehren erhalten. Aus einer Mitgliederliste aus dem Jahre 1910 geht hervor, dass zur Pflichtfeuerwehr Dorf 188 Mitglieder, zur Wehr Westladbergen 74 und zur Pflichtfeuerwehr Sinningen 66 Mitglieder gehörten.
Im Frühjahr 1910 entschlossen sich die Sinninger, eine eigene, selbstständige freiwillige Feuerwehr zu gründen. Hintergrund war vermutlich ein großflächiger Heidebrand, der sich vom Middendorfer Feld auf das Sinninger Feld ausbreitete. Hier muss es Differenzen bei den Löschmaßnahmen gegeben haben, die von den Sinninger Bürgern nicht hingenommen worden sind. Über das Amt Saerbeck wurden die Voraussetzungen für eine freiwillige Feuerwehr angefordert. Der Landrat in Münster stellte daraufhin einen Satzungsentwurf zur Verfügung. Dann wurde am 29. Mai 1910 eine Hauptversammlung anberaumt, die bei dem Gastwirt Ontrup (später Molkenbuer, in unmittelbarer Nähe der Ems) stattfand. Von jedem Haushalt sollte eine Person erscheinen. Auf der Versammlung dauerte es nicht lange, bis man sich mit der Satzung einverstanden erklärte. Anschließend wurde der erste Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Sinningen gewählt.

Er bestand aus:
Hauptmann: August Eilers (Brandmeister)
Schriftführer: Bernhard Ontrup
Kassenführer: Franz Wermert
Gerätewart: Viktor Ruhmöller
Beisitzer: Franz Greiling, Clemens Glanemann, August Wegmann und Felix Wiechmann

Die Satzung wurde von dem Vorstand unterzeichnet und dem Landratsamt zugeschickt. Am 12. September 1910 wurde die Genehmigung über die Zulassung der Freiwilligen Feuerwehr Sinningen durch das Landratsamt Münster bestätigt.

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