Freitag, 24. November 2017

Geschichte des Löschzuges

   

Der Löschzug Westladbergen wurde am 03. November 1929 in der Gaststätte August Potthoff gegründet. Das Lokal war bis auf den letzten Platz besetzt. 36 Männer erklärten sich bereit, der Freiwilligen Feuerwehr beizutreten. Zur Beschaffung der Uniformen wurde in der Bauernschaft eine Geldsammlung abgehalten.

Alfons Lehringfeld sen.

Während des zweiten Weltkriegs (1939-1945) wurden die meisten Wehrmänner zum Kriegsdienst eingezogen. „Jung und Alt“ wurde in dieser Zeit zum Feuerwehrdienst in Westladbergen herangezogen. Zehn Feuerwehrmänner kehrten leider nicht wieder zurück. Der Feuerwehrdienst wurde fortan mit einem ausrangierten Polizeifahrzeug, Baujahr 1928 sichergestellt. Die wesentliche Frage: „Springt er an oder springt er nicht an“!
Am 08.10.1949 fand die erste Nachkriegs-Generalversammlung des Löschzuges statt. Der Löschzug nahm am 16.11.1949 an der ersten Gesamtübung der Freiwilligen Feuerwehr Saerbeck teil. Die gesamte Bauernschaft erklärte sich bereit, mit einem Jahresjagdpachtgeld die Finanzierung eines neuen Feuerwehrfahrzeuges mit zu unterstützen.


1957 war es dann soweit. Ein nagelneues LF 8 Marke Opel Blitz konnte den Wehrmännern übergeben werden. Im Juni 1962 konnte das erste Feuerwehrhaus mit Hilfe aller Feuerwehrkameraden unter Leitung von Bernhard Teigeler fertig gestellt werden. 1965 erreichte der Löschzugführer OBM Lehringfeld die Altersgrenze. Er wurde nach 35 Jahren am 02.02.1965 feierlich verabschiedet. Die Kameraden des Löschzuges sprachen sich für Hubert König als Nachfolger aus. Dieser besuchte bereits 1964 den Brandmeisterlehrgang und wurde am 02.02.1965 durch den Bürgermeister Dr. Anton Gerdemann in das neue Amt eingeführt.

Seinen ersten Einsatz als Löschzugführer leitete Hubert König auf dem Hof Hegemann-Autmaring, Dorfbauerschaft. König konnte einen gut ausgebildeten und materiell bestens ausgerüsteten Löschzug übernehmen. Fortan entwickelten sich die Westladbergener Kameraden weiter. Im November 1979 konnte der Löschzug Westladbergen sein 50-jähriges Jubiläum feiern. Im Jubiläumsjahr nahmen die Kameraden erstmalig am Leistungsnachweis des Kreisfeuerwehrverbandes teil.

Aufgrund der starken Besetzung des Löschzuges erfolgte nach und nach ein Personalabbau, welcher über Austritt, Wegzug und durch das Erreichen der Altersgrenze geregelt wurde. Die Personalstärke wurde durch die Gemeinde Saerbeck auf 18 Wehrmänner festgesetzt. Durch Ratsbeschluß im Januar 2011 wurde dann eine Personalstärke von 24 Einsatzkräfte festgelegt.

1981 erhielt der Löschzug Westladbergen ein LF 8 Typ Mercedes-Benz 409, welches zuvor einige Jahre beim Löschzug Dorf im Einsatz war. Das Fahrzeug war zu hoch, so dass das Gerätehaus Westladbergen für das „neue“ LF 8 im Deckenbereich umgebaut werden musste.

Der Löschzug beteiligte sich alljährlich an der Gesamtübung aller drei Saerbecker Löschzüge zusammen mit dem DRK Ortsverein-Saerbeck.

Eine besondere Anekdote gibt es aus dem Jahr 1984 zu berichten: Zum Treffen der Ehrenkameraden wurde einen Tag zu früh eingeladen. Kein Problem, die Ehrenkameraden fuhren am nächsten Tag noch einmal in Richtung Hembergen. Die aktiven Kräfte besuchten regelmäßig Lehrgänge auf Kreisebene. Aber auch die Kameradschaftspflege hat innerhalb des Löschzuges einen hohen Stellenwert, denn im Einsatzfall ist es von entscheidender Bedeutung, dass sich die Kameraden aufeinander verlassen und sich vertrauen können.


Am 25.08.1989 feierte der Löschzug Westladbergen gemeinsam mit dem Löschzug Dorf das 60-jährige Jubiläum. Ein zweitägiges Festprogramm rundete das Jubiläum ab. Auf der Generalversammlung am 04.04.1990 wurden der Löschzugführer Hubert König und dessen Stellvertreter Alfons Lehringfeld verabschiedet, OBM Ludger Greiling wurde durch den Gemeindedirektor Josef Kranz zum Löschzugführer Westladbergen ernannt. OBM Wilhelm Leuermann wurde zu Greilings Stellvertreter ernannt.

Ludger Greiling


Der Löschzug in der Gegenwart

Bis 2000 wurde der Löschzug Westladbergen über eine Sirene alarmiert. Am 05.06.2000 übergab dann Gemeindebrandinspektor Franz Josef Engeler dem LZ Westladbergen Funkmeldeempfänger, die ab sofort eine „stille“ Alarmierung sicherstellten. Im Jahre 2001 überarbeitete die Feuerwehr Saerbeck die Alarm- und Ausrückeordnung der drei Löschzüge. Von nun an war der Löschzug deutlich mehr gefordert.

Mit Verabschiedung des Brandschutzbedarfsplans der Gemeinde Saerbeck im Jahr 2001 wurde die Berechtigung, einen Löschzug im Gemeindebereich Westladbergen vorzuhalten, erneut unterstrichen. Gibt es doch verschiedene größere Hotelbetriebe, insbesondere in Westladbergen.

Völlig veraltert war das Löschgruppenfahrzeug LF 8, aber auch dass Feuerwehr-Gerätehaus entsprach bei Weitem nicht mehr den Anforderungen. Im Juni 2003 begannen die Planungen für ein neues Gerätehaus sowie für die Beschaffung eines neuen Löschgruppenfahrzeuges „LF 10/6“. Nachdem die Planungen für den Gerätehausneubau abgeschlossen waren und der Gemeinderat „grünes Licht“ gegeben hatte, begann am 02.08.2003 der Abriß des alten Gebäudes. Fahrzeug und Einsatzkleidung fanden während der Bauphase beim Kameraden Theo Stegemann „Unterschlupf“.

2004 war ein bewegtes Jahr für die Westladbergener Kameraden.

Am 08.02.2004 war es endlich soweit: Das neue Feuerwehr-Gerätehaus konnte bezogen werden. Die offizielle Einweihung mit geladenen Gästen fand dann am 18.06.2004 statt. Am 19.06.04 veranstaltete der Löschzug dann einen „Brandschutztag“ für die Bevölkerung.

Interessante Anmerkung: Der Löschzug feierte gleichzeitig sein 75-jähriges Jubiläum.

In 2004 gab es ein weiteres Highlight. Nach monatelanger Planung konnten die Kameraden des LZ Westladbergen am 29.11.2004 ein nagelneues Löschgruppenfahrzeug „LF 10/6“ des Aufbauherstellers „Ziegler“ übernehmen. Vertreter von Rat, Verwaltung, Feuerwehr und Hersteller waren anwesend, als das neue LF 10/6 feierlich eingeweiht wurde. Keine 24 Stunden später rückte der Löschzug mit dem LF 10/6 bereits zu einem schweren Verkehrsunfall auf die Bundesstraße 219 aus.

Der Löschzug entwickelt sich stetig weiter. Ausbildung, die persönliche Schutzausrüstung und die materielle Situation haben sich deutlich verbessert.

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