Sonntag, 22. Oktober 2017

Die Leitstelle des Kreises Steinfurt für Feuerschutz und Rettungsdienst stellt sich vor

Die Gesetze, die die Aufgaben, Zuständigkeiten und Pflichten in den Bereichen Feuerschutz, Rettungsdienst und Großschadensereignisse regeln, schreiben unter anderem vor, daß für diese Aufgabe die Kreise eine gemeinsame Leitstelle einrichten und betreiben müssen.

Erfüllt eine Kreisleitstelle ihre Aufgaben in vollem Umfang, so ist sie das Zentrum eines kreisweiten Hilfeleistungssystems und als solches ein Dienstleistungsbetrieb zum Nutzen der Bürger.

Die Kreisleitstelle...

  nimmt die Notrufe 112 und Hilfeersuchen jeder Art und Krankentransportaufträge aus dem gesamten Kreisgebiet Steinfurt an
  lenkt alle Einsätze des Rettungsdienstes
  unterstützt die Feuerwehren außerhalb und während des Einsatzes und
  dient dem Landrat als Führungsinstrument bei Großschadensereignissen


Der Kreis Steinfurt in Zahlen

Das Kreisgebiet Steinfurt mit seinen 24 Städten und Gemeinden umfasst eine Gesamtfläche von ca. 1.800 km2. Auf dieser Fläche leben derzeit ca. 440.000 Einwohner.

Zur Gefahrenabwehr werden 24 Freiwillige Feuerwehren mit ihren 53 Löschzügen vorgehalten, der Rettungsdienst wird durch insgesamt 7 Feuer- und Rettungswachen sichergestellt. Die vier großen Hilfsorganisationen, das Deutsche Rote Kreuz, die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, die Johanniter-Unfall-Hilfe, der Malteser Hilfsdienst sowie das Technische Hilfswerk runden neben den zwei Werkfeuerwehren das Hilfeleistungsangebot im Kreis Steinfurt ab.

Der ADAC-Rettungshubschrauber Christoph Europa 2, der in Rheine stationiert ist und durch die Leitstelle des Kreises Steinfurt alarmiert und geführt wird, deckt einen Gesamteinsatzbereich von über 7.800 km2 in der Luftrettung ab.

Die Planung und Umsetzung des Projektes Leitstelle

Kurz nach der kommunalen Neugliederung Mitte der 70er Jahre traten Gesetze in Kraft, die noch heute im Wesentlichen die Aufgaben und die Funktion einer Kreisleitstelle bestimmen.

Um diesen gesetzlichen Erfordernissen, auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten gerecht zu werden, wurde am 30.09.1977 in den Räumlichkeiten der Feuer- und Rettungswache Rheine die erste Kreisleitstelle des Kreises Steinfurt in Betrieb genommen. Die Kreisleitstelle war zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme zwar eine der modernsten Leitstellen in Nordrhein-Westfalen, sie nahm jedoch ihre Funktion nicht im vollen Umfang wahr. Die Annahme des Feuerwehrnotrufes 112 war mit Rücksicht auf gewachsene Strukturen nicht zentralisiert.

Eine Reihe von Faktoren führte dann im Laufe der Jahre zu steigenden Anforderungen in den Dienstleistungsbereichen Rettungsdienst, Feuerwehr und Großschadensereignissen.

Aber auch die rasante Entwicklung der Technik, der Ausrüstung und der Ausbildung förderten letztendlich das Zusammenwirken und –wachsen der Funktionsbereiche. Daneben beeinflußte der finanzielle Druck auf alle öffentlichen Dienstleistungen maßgeblich die Entwicklung.

Entscheidend war jedoch der von allen Beteiligten getragene Gedanke, ein gemeinsames, kreisweites Hilfeleistungssystem zu schaffen.

Die Überlegungen, eine neue Kreisleitstelle zu entwickeln, ergaben sich aus der Übernahme der Notrufe 112 und der Brandmeldeanlagen aus den Bereichen Ochtrup, Metelen und Wettringen, zusätzlich Überlegungen der Städte Greven und Emsdetten, zukünftig ebenfalls auf die Notrufannahme zugunsten der neuen Kreisleitstelle zu verzichten.

Damit wurde klar, daß die "alte" Kreisleitstelle in den Räumlichkeiten der Feuer- und Rettungswache Rheine sowohl personell als auch sachlich und organisatorisch überfordert gewesen wäre.

Nach vielen Gesprächen entschied sich der Kreistag am 30.09.1991 für den Standort Rheine. Am 03. April 1992 wurde ein Vertrag zwischen dem Kreis Steinfurt und der Stadt Rheine geschlossen, der im Hinblick auf die Kreisleitstelle die grundsätzlichen Beziehungen regelt.

Nach EG-weiter Ausschreibung des Projektes "Kreisleitstelle 2000" wurden die entsprechenden Verträge geschlossen und es begann der Umbau eines Gebäudes auf dem Hof der Feuer- und Rettungswache Rheine an der Frankenburgstraße. Parallel hierzu begannen die organisatorischen und strukturellen Vorbereitungen, geleistet durch Mitarbeiter/Innen des Kreisordnungsamtes und der Feuerwehren. Jede Feuerwehr erstellte erstmalig eine eigene Alarm- und Ausrückeordnung, nach Neuordnung der Rettungswachenbereiche entstand ebenfalls erstmalig eine kreisweite Alarm- und Ausrückeordnung für den Rettungsdienst.

Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Mitarbeitern der Kreisleitstelle, übernahm die Ersterfassung und Aufbereitung der gesammelten Daten für den Einsatzleitrechner.

Am 02. Mai 1995 wurden die neuen Räumlichkeiten bezogen. Der Probebetrieb in der Kreisleitstelle begann. Die offizielle Einweihung erfolgte dann am 23. Juni 1995.

Nach kurzer Einarbeitungszeit in die neue Einsatzleitrechner- und Telekommunikationstechnik erfolgte im Juli 1995 die Aufschaltung der Wachbereiche Emsdetten, Saerbeck und Greven. Die weiteren Aufschaltungen der Notrufe 112 und der Brandmeldeanlagen wurden bis April 1998 realisiert. Seitdem werden kreisweit alle Hilfeersuchen der Bürgerinnen und Bürger bearbeitet.

Die Aufschaltungszeiträume in Einzelnen:

bis 1995 Wachbereiche Rheine, Neuenkirchen, Ochtrup, Wettringen, Metelen

03.07.1995 Wachbereiche Emsdetten, Saerbeck, Greven

07.07.1997 Wachbereiche Steinfurt, Altenberge, Laer, Horstmar, Nordwalde

15.09.1997 Wachbereiche Lengerich, Ladbergen, Lienen, Lotte, Tecklenburg

14.04.1998 Wachbereiche Ibbenbüren, Hopsten, Hörstel, Recke, Mettingen, Westerkappeln

Die Aufgaben der Kreisleitstelle

Aufgaben im Funktionsbereich "Rettungsdienst"

ð Annahme von Notrufen und Krankentransportaufträgen aus dem gesamten Kreisgebiet

ð Alarmierung der Rettungsdienstmittel nach Maßgabe der kreisweiten Alarm- und Ausrückordnung (AAO) "Rettungsdienst"

ð Lenkung aller Rettungsdiensteinsätze

ð Einsatz des Leitenden Notarztes und des Organisatorischen Leiters Rettungsdienst

ð Führen des zentralen Krankenbettennachweises

ð Zusammenarbeit mit den Krankenhäusern und dem ärztlichen Notdienst

ð Einsatz und Führung des Rettungshubschraubers "Christoph Europa 2"

ð Einsatz und Führung der Sekundärhubschrauber in Westfalen

(reguläre Rettungshubschrauber und zusätzlich Stationen Greven, Dortmund und Bielefeld)

Aufgaben im Funktionsbereich "Feuerschutz"

ð Annahme von Notrufen und Brandmeldeanlagen

ð Alarmierung der Feuerwehren nach Maßgabe der jeweiligen Alarm- und Ausrückeordnung

im Bedarfsfall:

ð Anbieten und Bereitstellen von Informationen

ð Unterstützung von Einsatzleitungen und Feuerwehr-Fernmeldezentralen

ð Einsatz des Einsatzleitwagen II

Aufgaben im Funktionsbereich "Großschadensereignisse"

ð Annahme von Schadens- und Großschadensmeldungen

ð Alarmierung der zuständigen Stellen

ð Beschaffung von Informationen über Art und Umfang eines Schadensfalles

ð Unterstützung der Einsatzleitung bei Großschadensereignissen

ð Einleitung und Koordinierung von besonderen Maßnahmen bis zur Aufnahme der Arbeit durch die Leitungs- und Koordinierungsgruppe

ð Alarmierung der Informations- und Kommunikationsgruppe des Kreises Steinfurt

ð Alarmierung des Führungsstabes der Feuerwehren im Kreises Steinfurt

ð Führungsstelle des Hauptverwaltungsbeamten (Landrat) des Kreises Steinfurt

Aufgaben in allen Funktionsbereichen

ð Funkaufsicht auf allen Kanälen der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben

ð Veranlassen der überörtlichen Hilfe

ðAufzeichnung und Dokumentation des einsatzbezogenen Funk- und Fernmeldeverkehrs

ð Information von Polizei, Verkehrs- und Versorgungsbetrieben und Fachbehörden

ð Führen von Einsatz- und Fahrzeugübersichten

ð Sammeln von Betriebsdaten und Statistiken

ð Ansprechpartner für fremde Einheiten

Die Mitarbeiter der Kreisleitstelle

Die Mitarbeiter der Kreisleitstelle sind Beamte des mittleren bzw. gehobenen feuerwehrtechnischen Dienstes und sind als Beamte der Kreisverwaltung Steinfurt dem Ordnungsamt (Amt 32, Sachgebiet 1) unterstellt.

Der Stellenplan der Kreisleitstelle weist derzeit 18 Planstellen aus. Neben dem Dienststellenleiter, Brandamtsrat Dieter Krawietz sind weitere 17 Beamte in drei Wachabteilungen im 24-Stunden-Schichtdienst als Disponenten/ Sachbearbeiter tätig.

Anforderungsprofil an die Mitarbeiter

2 Berufsausbildung (dem Feuerwehrdienst dienlich) 3 Jahre

2Laufbahn des mittleren, feuerwehrtechnischen Dienstes (Grundausbildung "Berufsfeuerwehr") 1 Jahr

2 Ausbildung zum Rettungsassistenten 2 Jahre

2 Berufserfahrung im Brandschutz und Rettungsdienst ~ 3 Jahre

2 Weiterbildung zum Berufsfeuerwehr-Gruppenführer am Institut der Feuerwehr NRW in Münster 3 Monate

2 Weiterbildungslehrgang "Disponent in einer Leitstelle" am Institut der Feuerwehr NRW in Münster 2 Monate

Das Kommunikationszentrum Kreisleitstelle

Die Arbeit der Kreisleitstelle besteht aus dem Management von Informationen, zum einen von solchen, die auf den verschiedensten technischen Wegen eingehen, aber auch von solchen, die be- und verarbeitet nach außen weitervermittelt werden müssen.

Die Technik ist speziell auf die Erfordernisse einer modernen Leitstelle mit Sicherheitsaufgaben zugeschnitten.

Sie besteht im Wesentlichen aus den Komponenten "Telekommunikationsanlage Draht/Funk" und dem Einsatzleitrechner.

Die Kreisleitstelle steht im regelmäßigen Kontakt mit folgenden Institutionen:

Fachämter des Kreises Steinfurt
Kreispolizeibehörde
Feuer- und Rettungswachen
Rettungshubschraubern
Hilfsorganisationen
Fachbehörden
Krankenhäusern
  Freiwillige Feuerwehren
  Nachbarleitstellen
  Bezirksregierung

Um diesen Kontakt adäquat halten zu können, wird eine umfangreiche kommunikationstechnische Anlage betrieben. Diese besteht aus...

i 34 Notrufleitungen 112

i über 20 Notruftelefone an Bundesstraßen im Kreisgebiet Steinfurt

i 7 Notruftelefone an sonstigen Standorten (Wohnheime, Seen, etc.)

i ca. 350 Brandmeldanlagen

i zwei Direktleitungen zur Polizeileitstelle in Steinfurt

i eine Rufnummer zur Rettungshubschrauber-Disposition (05971-3402)

i 4 Krankentransportrufnummern (05971-19222) [keine Notfallrettung]

i 6 Basisanschlüsse in der Telekommunikationsanlage (05971-936-0)

i zwei Funktelefone

i 6 Funkgeräte

i 1 fernschaltbares Funkgerät

i 5 Telefaxgeräte

i Gehörlosen-Notfalltelefax

Der Einsatzleitrechner

Der Einsatzleitrechner (UNIX-Rechner) arbeitet auf zwei "Severn", an dem fünf Arbeitsplatzrechner und ein Systemarbeitsplatz angeschlossen sind. Jeder Arbeitsplatz ist mit drei Bildschirmen ausgestattet. Die Eingabe erfolgt per Tastatur und Maus. Gearbeitet wird mit der "ELBOS-Software" (Einsatzleitsystem für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) der Fa. CKS, Meppen.

Der Einsatzleitrechner verwaltet auf etlichen GB Festplattenkapazität Daten von ca. 10.000 Straßen und Objekten, Grafikdaten sowie einsatzbezogene Datenbanken. Angeschlossen ist ein Brandmeldeanlagensystem mit ca. 350 Objekten sowie eine Auswertung des Funkmeldesystems, eine digitale Übertragung von Standardmeldungen anstatt Sprache.

Die Funktechnik

Sowohl Feuerwehr als auch Rettungsdienst arbeiten im Kreis Steinfurt auf dem Funkkanal 468. Für den Betriebskanal ist eine Gleichwellenfunkanlage mit einer Zentralstation und neun Funkumsetzern errichtet worden. Dieses System dient der Optimierung des Funkverkehrs, insbesondere aber der analogen Alarmierung der Funkmeldeempfänger für Feuerwehr und Rettungsdienst. Neben dem Betriebskanal führt die Kreisleitstelle weitere drei Funkkanäle kontinuierlich mit (Kanäle 352, 497, 484). Seit 2003 laufen in den Rettungswachenbereichen Greven, Rheine und Steinfurt probeweise rettungsdienstliche Alarmierungen im Digitalbetrieb. Der Kreistag hat für 2004 die Finanzierung einer kreisweiten digitalen Alarmierung zugesichert. Die Vorbereitungen hierfür laufen bereits.

Die Stromversorgung ist auch bei Ausfall des öffentlichen Netzes ohne Spannungsabfall durch eine unabhängige Stromversorgung (USV) und ein Notstromaggregat sichergestellt.

Der Rettungsdienst im Kreis Steinfurt

An den Rettungswachen werden insgesamt rund 135 Rettungsassistenten (je Stationsgemeinde zwischen 12 und 23 hauptberufliche Mitarbeiter im Rettungsdienst) beschäftigt. Diese werden durch ehrenamtliche Kolleginnen und Kollegen unterstützt. Dem Rettungsdienst im Kreis Steinfurt stehen 7 bodengebundene Notärzte und der Notarzt des Rettungshubschraubers zur Verfügung. "Rund um die Uhr" stehen ein Mitglied der Leitenden Notarztgruppe und ein Organisatorischer Leiter Rettungsdienst (per Dienstplan mit eigenem Einsatzfahrzeug) als Einsatzabschnittsleitung für größere Schadenslagen im Kreisgebiet zur Verfügung. Der Kreis Steinfurt als Träger des Rettungsdienstes betreibt zur Zeit…

11 Rettungswagen (RTW)

1-5 Rettungswagen (RTW) im Tagesdienst oder über zusätzliches Personal

7 Notarzt-Einsatzfahrzeuge (NEF)

12 Krankentransportwagen (KTW)

1 Rettungshubschrauber (RTH)

1 Intensiv-Transporthubschrauber (ITH) am Flughafen Münster/Osnabrück

1 Leitende Notarztgruppe und Gruppe Organisatorischer Leiter Rettungsdienst

Seit dem 01.01.2003 ist die Leitstelle des Kreises Steinfurt für die Abwicklung aller Hubschrauber-Intensivtransporte (so genannte "Sekundärflüge") des nördlichen NRW zuständig. Es werden entsprechende Anforderungen in Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle für Luftrettung in Niedersachsen (KOST) bearbeitet und die Transporte auf die in NRW stationierten ITH / RTH verteilt. Eine zweite "Sekundärleitstelle" wird durch die Leitstelle der Berufsfeuerwehr Köln für das südliche NRW betrieben.

Einsatzzahlen in 2002

Die Freiwilligen Feuerwehren und der Rettungsdienst absolvierten im Jahr 2002 kreisweit

14.988 Einsätze im Rettungsdienst

(Rettungswagen, Notarzt, Rettungshubschrauber)

20.422 Einsätze im Krankentransport

3.126 Einsätze der Freiwilligen Feuerwehren

(Brandeinsätze und Technische Hilfeleistungen)

_______________________

38.536 Gesamteinsätze = ~106 Einsätze pro Tag

Die Leitstelle der Kreises Steinfurt für Feuerschutz und Rettungsdienst ist für Sie erreichbar...

05971-9360 Amtsleitung der Leitstelle Kreis Steinfurt

05971-19222 Anforderung von Krankentransportwagen für Nicht-

Notfallpatienten (z. B. Untersuchungsfahrten, stationäre Einweisungen, etc.)

05971-3402 Anforderung des Rettungshubschraubers

112 Notruf Feuerwehr und Rettungsdienst

  • Anforderung der Feuerwehr
      Anforderung von Rettungswagen, Notarzt, Rettungshubschrauber
Bitte beachten Sie folgendes Meldeschema für Ihren Notruf:

Wo ist der Unfall/Notfall (genaue Ortsangabe, Straße, Hausnummer)

Was ist geschehen (kurze, detaillierte Beschreibung der Situation)

Wie viele verletzte/erkrankte Personen

Welche Art der Verletzung/Erkrankung

Wer meldet den Unfall/Notfall

Warten auf Rückfragen des Leitstellendisponenten

Wichtiger Hinweis:

Der Disponent der Leitstelle beendet das Gespräch.

Sollten Sie weitere Fragen haben, so stehen Ihnen unsere Mitarbeiter unter der Rufnummer 05971-936-0 gerne zur Verfügung.

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