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Mehrere Tausend Besucher beim Tag der offenen Tür der Feuerwehr
Technik, Ehrenamt und Explosionen, die begeistern

Saerbeck. So nah dran oder sogar drin möchte man bei einer Unfallrettung gar nicht sein. Dann ist es gut, wenn die Feuerwehr Tag der offenen Tür hat und vorführt, wie sie Menschen nach der Kollision mit einem Bagger aus dem Auto holt.
Genau das zeigte ein Einsatztrupp am Samstag vor dem Feuerwehr-Gerätehaus an der Hahnstraße. Alarm, Lagebild, Einsatzbefehl – und es ging los mit hydraulischen Scheren und Spreizern. Das gestauchte Autoblech mit dem zerdellten Motorraum am Bagger war schnell tranchiert, Beifahrerin und Fahrer noch schneller gesichert und versorgt und dann durch die aufgedrückte Kofferraumklappe und die herausgeschnittenen Türen an der Fahrerseite herausgeholt und in die Obhut der DRK-Rettungskräfte übergeben. Die „golden hour“, die goldene Stunde von Alarm bis Übergabe der Unfallopfern im Krankenhaus war mehr als gut eingehalten, stellte Feuerwehrmann Lars Winnemöller fest, der die Übung für die Zuschauer kommentierte.
Geschätzte 2800 kleine und große Besucherinnen und Besucher nutzten am Samstag die sieben Stunden auf dem Feuerwehrgelände. Dort zeigten der Löschzug Dorf und das im gleichen Gebäude untergebrachte Deutsche Rote Kreuz (DRK), was sie haben und können. Es war sozusagen ein Info- und Schaueinsatz für alle aktiven Feuerwehrleute gleichzeitig und viele Ehepartnerinnen noch dazu, zum Beispiel an der üppig ausgestatteten Kuchentheke, und für die Jugendfeuerwehr.
Vom Kinderwagen-Kind bis zu Oma und Opa mit Enkeln säumten hunderte Zuschauer die Vorführungen und Übungspräsentationen des Tages. Optisch besonders Beeindruckendes bot die Firma Monasteria Brandschutz aus Albersloh. Bei ihnen ganz unter Kontrolle, ergab die Kombination aus brennendem Öl in der Pfanne und nur einem kleinen Becher Wasser eine meterhohe Fettexplosion. Mehr in die Breite ging die Feuerlohe der den Flammen ausgesetzten Spraydose. Da war aus Sicherheitsgründen ein Deckel drauf. Wie man einen Fettbrand richtig löscht, erklärten dazu Martin, Lukas und Nadine Mühlenkamp von Monasteria – Brandschutzschulung für alle in fünf Minuten.
Außerdem im Schau-Angebot: ein kleiner PKW-Brand, die DRK-Hundestaffel und eine nach Lehrbuch ausgeführte Brandbekämpfung mit drei Strahlrohren der Jugendfeuerwehr.
Was nicht nur Kinder sehr interessierte: Auf dem Gelände ließen sich die Saerbecker und Nachbar-Feuerwehren und das DRK praktisch in alle Fahrzeuge gucken, zum Beispiel ein Löschgruppenfahrzeug LF20 mit jeder Menge Geräteausstattung und das rote Schlauchboot aus Saerbeck, die Drehleiter und Einsatz-Quads aus Emsdetten, ein Rettungstransportwagen (RTW) aus dem Kreis Steinfurt, Fahrzeuge aus Lengerich, das eigene Rettungsdienstfahrzeug des Saerbecker DRK oder die überörtliche Einsatzeinheit Katastrophenschutz inklusive Feldküche, zu der das hiesige DRK gehört. Auch die Feuerwehrdrohne sirrte ständig und übertrug live Videobilder von den Übungen auf die Bildschirme, genauso wie das Kamerateam, das auch bei den vielen weiteren Angeboten unterwegs war.
Während das groß angelegte Café in der Fahrzeughalle zum Sitzen einlud, taten sich Noah Ortmeier und Louis Stegemann den Tort an, sich dick eingepackt in vollem Atemschutz oder im ABC-Schutzanzug unter die Besucher zu mischen. „Wir wollen, dass die Leute uns schon mal so ausgerüstet gesehen haben, damit niemand Angst bekommt, wenn wir im Notfall so ins Zimmer kommen“, erklärten sie die Aktion. Ganz nah ran, das galt an diesem Samstag für Feuerwehr und Besucher gegenseitig. „Hattest du einen schönen Tag hier? Auf diese Frage bekam der Vater einen begeistertes Kopfnicken vom kleinen Sohn.
Den vollständig ehrenamtliche Einsatz der aktiven Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Saerbeck und die Unterstützung in den Familien im Hintergrund hob Bürgermeister Dr. Tobias Lehberg bei der Begrüßung hervor. Der Einsatz für den Tag der offenen Tür komme jetzt noch obendrauf. „Man muss nicht groß fragen, die Leute kommen einfach und machen, was gebraucht wird“, beschrieben die Chefs des Organisationsteams, Marc Weiligmann und Andre Joanning, die Atmosphäre während der Monate der Planung. Die Gesichter zeigten am Abend, dass sie beide fanden: Hat sich gelohnt.
Beitrag geschrieben von: Alfred Riese
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